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  Verringertes Throboserisiko bei PNH durch Eculizumab nachgewiesen
Verfasst am Wednesday, 04.07.2007

PNH Auswertungen der Eculizumab-Studien ergeben, dass der terminale Komplementhemmer das Thromboserisiko bei Patienten mit Paroxysmaler Nächtlicher Hämoglobinurie erheblich verringert (Peter Hillmen et al beim 12. EHA Kongress in Wien)

Hintergrund:
Lebensbedrohliche Thromboembolien (TE, d.h. Embolien infolge einer Thrombose) sind die gefürchtetsten Komplikationen bei Paroxysmaler Nächtlicher Hämoglobinurie (PNH). Auf TEs sind 45% der Todesfälle bei PNH zurückzuführen. Ohne voherige Thrombosevorkommnisse, treten bei PNH-Patienten unvermittelt fatale TEs auf, was die Bedeutung einer präventiven Therapie unterstreicht.
Primäre vorbeugende Antikoagulation verringert möglicherweise das Thromboserisiko bei PNH, obwohl dazu keine kontrollierten Studien durchgeführt wurden und damit ein Risiko lebensbedrohlicher Blutungen verbunden ist. Ergebnis der kürzlich durchgeführten drei Studien zur Wirkung des Terminalen Komplementhemmers Eculizumab bei PNH ist eine dramatische Verminderung der intravasalen Hämolyse (Anm.: Zerfall Roter Blutkörperchen in den Blutgefäßen), eine Abnahme erforderlicher Transfusionen und Verbesserungen bei Fatigue und bei weiteren Lebensumständen für die Patienten.
Zielsetzung:
Es soll festgestellt werden, ob Eculizumab das Risiko von Thromboembolien bei PNH-Patienten verringert.
Methoden:
Es wurden systematische perspektivische Untersuchungen dazu durchgeführt, wie häufig bei PNH-Patienten vor und während der Behandlung mit Eculizumab TEs auftraten. Die Behandlung mit Eculizumab erfolgte im Rahmen dreier Studien und einer anschließenden Erweiterungsstudie. Die Daten ohne Eculizumab wurden für dieselbe Patientengruppe vor der Behandlung mit Eculizumab gewonnen. (Anm. des Übersetzers: Zur besseren Vergleichbarkeit wurden bei der Auswertung die TE - Ereignisse für die entsprechenden Patientengruppen über definierte Zeiträume aufsummiert und kumulierte Häufigkeitsraten gebildet, d.h. Summe der Ereignisse aller Patienten einer Gruppe pro Jahr).
Ergebnisse:
Vor der Einnahme von Eculizumab traten bei 195 Patienten 124 TEs auf; 103 der Patienten führten eine Antikoagulationstherapie durch. Thromboembolien traten bei den Patienten vor der Eculizumab-Behandlung sowohl in Venen (85%) als auch in Arterien (15%) auf. Am häufigsten von venöser Thrombose betroffene Stellen waren tiefe Venen der unteren Extremitäten (18.5%), Venen der Mesenterialgefäße und der Milz (18.5%), hepatische Venen (16.9%) sowie andere tiefe Venen (14.5%), während arterielle Thrombosen am häufigsten in Form eines Schlaganfalls oder einer transienten ischiämischen Attacke (13.7%, Median des Alters: 38) vorkamen.
Eculizumab reduzierte die Rate der Thromboembolien in jeder der drei Studien. Die kumulierte Häufigkeitsrate von TEs war mit Eculizumab 85% geringer als ohne. Bezieht man für den Vergleich der Häufigkeitsrate nur die letzten 12 Monate vor der Eculizumab-Behandlung ein, beträgt die Abnahme der Rate infolge von Eculizumab sogar 94%. Auch die Häufigkeitsrate des TE bei Patienten, die vor der Studie schon TE Vorfällen hatten, nahm durch Eculizumab um 89% ab. Die meisten Vorfälle von Thromboembolien im Vorfeld der Studien traten bei Patienten auf, die entweder prophylaktisch oder therapeutisch antithrombotisch behandelt wurden, was andeutet, dass diese Therapie unzureichend zur Verhinderung einer Thrombose sein könnte.
Von den 103 Patienten, die eine Antikoagulation erhielten, ereigneten sich bei 30 vor der Einnahme von Eculizumab 54 Thromboembolien, während es bei der Einnahme nur noch ein TE-Vorfall gab. Eculizumab senkt also auch das Risiko einer Thrombose deutlich auch bei gleichzeitiger Antikoagulation. Auch in der Gruppe von Patienten mit einer schwächeren Hämolyse und Anämie, wo zuvor Throbosen beobachtet wurden, verringerte sich die Rate infoge von Eculizumab deutlich. Dies gilt auch für andere Patientengruppen.
Zusammenfassung, Schlüsse:
Aus den Untersuchungsdaten geht hervor, dass bei PNH Thromboembolien sowohl im arteriellen als auch im Venensystem auftreten können, dass Thromboembolien auch im Kontext eines geringeren Hämolyseniveaus bzw. einer milden Anämie (Hgb>10.5) auftreten können und dass Patienten auch während einer Antikoagulationstherapie nicht von von Thrombosen verschont bleiben. Eine Langzeitbehandlung mit Eculizumab führt zu einer klinisch und statistisch relevanten Reduktion von Thrombose bei PNH, auch bei Patienten mit einer milden Anämie und einer nicht so stark ausgeprägten Hämolyse. Unter den gegebenen Umständen ist von einer Behandlung mit Eculizumab durch eine Reduzierung des Risikos von Thrombosen eine erhöhte Lebenserwartung bei PNH zu erwarten.


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